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Dorfchronik
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Die ehemalige katholische Volksschule in Hohn

Die Chronik der ehemaligen katholischen Volksschule in Hohn ist mit Ausnahme der Jahre 1933 bis 1945 von 1867 bis zur Schließung der Schule im Jahre 1968 lückenlos vorhanden. Die folgenden Ausführungen wurden dieser Chronik entnommen.

Von 1861 bis 1872 gab es eine "Winterschule" in Hohn. Im Sommer besuchten die Kinder die Schule in  Nöthen. Der Unterricht wurde in Privathäusern von insgesamt 7 Aspiranten (Lehramtsanwärtern) für 36 Taler pro Winterhalbjahr abgehalten.

Nachdem 1867/68 ein Schulgebäude errichtet worden war (Baukosten 4.249 Mark), wurde ab April 1873 der Unterricht ganzjährig in Hohn erteilt.

1881/82 unterrichtete der Aspirant H.J. Dederichs in Hohn, von 1882 bis 1886 der Lehrer Heinrich Schneider. Anschließend war Wilhelm Heinen 32 Jahre bis 1918 Lehrer in Hohn. 

Die alte Schule in Hohn, heute ein Wohnhaus

Ein Höhepunkt jeden Schuljahres war die Feier zum Geburtstag von Kaiser Wilhelm II. am 27. Januar. "Morgens um 9 Uhr begann die Feier. Das Schulzimmer war geschmückt und das Schulhaus beflaggt. Es wurden folgende Lieder gesungen: Ich bin ein Preuße - Dem König sei mein erstes Wort - Die Wacht am Rhein - Heil dir im Siegerkranz. Es wurden patriotische Gedichte vorgetragen. Ein Hoch auf Kaiser Wilhelm II. bildete den Schluß. Die Kinder wurden mit Wecken beschenkt.".

1893/94 wurde die Schule erweitert. Im bisherigen Schulsaal wurde eine Lehrerwohnung eingerichtet und ein neuer Klassenraum angebaut. Die Kosten für Um- und Neubau betrugen 5.450 Mark, wovon die Gemeinde 2.662 Mark tragen mußte.

Bis 1918 war der jeweilige Pfarrer von Nöthen Ortsschulinspektor, der den Prüfungen der Entlaßschüler beiwohnte.

Nachdem Lehrer Heinen 1918 pensioniert worden war, übernahm 14 Monate lang Lehrer Engel aus Nöthen den Unterricht in Hohn, anschließend mehrere Lehramtsanwärter. Danach war von 1920 bis 1927 Lehrer Ulland in Hohn tätig.

Nach der Versetzung von Lehrer Ulland erteilten 1927/28 der Lehramtsanwärter Josef Matthissen und Lehrer Bergs Unterricht in Hohn. 

"Die erste Radioanlage erstand am 20. Juni 1927 in der Wohnung des Lehrers." 

Von 1928 bis 1947 leitete Lehrer Karl Sasowski die Schule. 

"Auch der neuzeitige Verkehr wirkt sich auf unser Dorf aus. Nachdem bereits Lehrer Ulland Besitzer eines Motorrades war, hat der derzeitige Lehrer einen Personenkraftwagen erworben. Als Garage wird der Schulstall eingerichtet. Die Schule erhielt moderne Zweisitzerbänke und neue Tafeln."

1931 wurde zur "Hebung des Obstbaues" ein Gartenbauverein gegründet. Auf Anregung des Lehrers wurde auch die Schulwiese (Turn- und Sportwiese seit 1929) mit Bäumen eingesäumt.

Lehrer in Hohn von 1947 bis 1952 war der Lehramtsanwärter Hans Berster, der, wie auch seine beiden Nachfolger, besonderen Wert auf die musische Erziehung der Schüler legte und die "Sing- und Spielschar Hohn" gründete. 

Nachfolger von Hans Berster war Lehrer Bernhard Linke, der 1955 promovierte und 1958 an die Pädagogische Hochschule in Vechta berufen wurde. 

Da das Schulgebäude in schlechtem Zustand war, beriet der Gemeinderat 1954 über den Bau einer neuen Schule mit Lehrerwohnung, der aber zunächst wegen fehlender Mittel nicht verwirklicht werden konnte.

1957 beschloß der Gemeinderat, eine neue Schule mit Lehrerwohnung zu bauen und die alte Schule zu verkaufen. Die Lehrerwohnung wurde 1959 fertiggestellt (Baukosten 60.000 DM), die Schule wurde am 28. April 1960 eingeweiht (Baukosten 108.000 DM).

Die ehemalige Schule in Hohn wird heute als Kindergarten genutzt

Letzter Lehrer in Hohn von 1958 bis zur Auflösung der Schule im Jahre 1968 war Hans-Otto Lambertz. 

Seit 1972 befindet sich im Schulgebäude ein städtischer Kindergarten.

 

 

(aus "Die St. Antoniuskapelle in Kolvenbach und Anmerkungen zur Geschichte der Orte Hohn und Kolvenbach" von Willibald Kolvenbach 1990)

 

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